Glasbläser im Museum

Vor den Vorführungen durch Herrn Kirchgeorg  hat Herr Jahn, beide aus Ilmenau, eine Einführung über die Geschichte und die Bedeutung der Glasbläser im Thüringer Wald gegeben.

 

 

 

Herr Kirchgeorg zeigt den Zuschauern wie man aus dem Rohmaterial Glas mit Hilfe der Gaslampe Glasschmuck herstellen kann.

                     

 

Unter Mithilfe von Herrn Kirchgeorg stellten im Verlauf des Tages Besucher selbst Schmuck oder Glaskugeln her.

 

 

 

 

Neben dem Glas gab es auch ein reichhaltiges Kuchenbuffet.

 Fotos privat

Alte Kunst zum Anfassen

Heimatfest: Glasbläser stellt Handwerk vor

GROSSALMERODE. Das Glas ein faszinierender Werkstoff ist, aus dem allerlei herzustellen ist,

konnten die Besucher am Samstag im Rahmen des Heimatfestes im Glas- und Keramikmuseum Großalmerode erleben. Die Glasherstellung hat in Großalmerode eine lange Tradition" sagte die Vorsitzende des Geschichtsvereins Großalmerode Ute Harder, die zum Thementag Glasbläser Thomas Kirchgeorg und Referent Klaus Jahn aus Ilmenau eingeladen hatte. Kirchgeorg zeigte wie er mit der Gaslampe am offenen Feuer Glasschmuck herstellt. Dabei verwendet er als Rohmaterial  verschieden farbige Glasröhren aus Lauscha, die er bei etwa 14OO Grad erhitzt und über der Flamme bearbeitet. Durch Ziehen, Quetschen, Biegen und Drehen kann er somit wunderbare Gebilde schaffen, wo keines dem anderen gleicht. ,,Selbst wenn ich wollte, ich bekäme es nicht hin", sagte Kirchgeorg. Als Verzierung nimmt er farbiges Glasgranulat, das er mit dem Hauptkörper verschmelzen lässt. Jedes Stück sei einzigartig und ein Unikat. Neben Schmuck stellt er individuelle Glasfiguren, eine Männervase für eine Blume, eine Lichtmühle, eine dekorative Mücken- und Wespenfalle und weitere Accessoires her. Auch Sonderwünsche werden bei ihm sofort bedient. Erika Petschauer durfte sich an einem schicken Glasring mit aufgesetztem grünem Muster erfreuen, den Kirchgeorg ihr in kürzester Zeit angefertigt hatte. ,,Ich bin seit 40 Jahren Glasbläser und könnte mir nichts schöneres vorstellen", verriet Kirchgeorg, der mit Leib und Seele Glasbläser ist und noch lange nicht in Rente gehen will. Zuvor gab Jahn gab einen Überblick über die Geschichte und Bedeutung der Glasbläserei im Thüringer Wald, wo 1925 deutschlandweit 78 Prozent der Glasverarbeitung erfolgte. Er berichtete vom Pionier der Glasherstellung vor der Fettlampe (heute Gaslampe) Franz Greiner, der als erstes erkannte, dass Glaserzeugnisse für Technik und Wissenschaft zunehmend gebraucht werden. ,,Damit war die Zeit der Glashütten beendet und ein Ausgangspunkt für filigrane Heimarbeit geschaffen", berichtete Jahn.

 

Werke von Conrad Röntgen

Bereits 1833 hatte er über 60 verschiedene Sorten von Thermometer und Aräometer gefertigt. Über die Geißler'sche Röhre von Heinrich Geißler um 1857, die seinerzeit einen Quantensprung in der Röhrentechnik war, kam er zu Kohlefadenglühlampen von Ferdinand Fridrichs und die Röntgenröhre, die von Max Gundelach um 1900 für Prof. Wilhelm Conrad Röntgen allesamt im ,,Glasbläserzentrum" Thüringer Wald hergestellt wurden. Auch die erste Deckenleuchte oder die Kathodenstrahlröhre stammt aus dem Thüringer Wald. Im Kaufunger Wald wurde bis zum Anfang des 17. Jahrhunderts Glas hergestellt. Einige Funde sind im Glas- und Keramikmuseum zu sehen.

 

HNA vom 22.Juni 20105 Werra-Meißner-Kreis (znb)