OFENREISE

VERANSTALTUNG ZUM BLAUEN SONNTAG IN EPTERODE

Kasseler LangofenAnlässlich des " Blauen Sonntags" hatte der Geschichtsverein Großalmerode am 27. August die Besichtigung des Kasseler Flammofen in der ehemaligen Schmelztiegelfabrik Elias Goebel und Sohn, Epterode organisiert.

Die knapp 30 Besucher hatten am Samstag die einmalige Gelegenheit einen Brennofen zu besichtigen, der um 1855 in der Fabrik fertiggestellt wurde und weitestgehend dem Originalzustand entspricht.

Zu verdanken ist dies dem jetzigen Hausbesitzer, Michael Kleffner, der das Industriegeschichtliche Denkmal erhalten hat.

Der langgestreckte Ofen gewährte einen gleichmäßigen Brand bei geringem Brennstoffverbrauch, früher Holz und Kohle, um 1960 wurde auf Heizöl umgestellt. Entwickelt wurde der Ofen im Jahr 1827 von Carl Anton Henschel, vor allem zum Brennen von Ziegeln.

In dieser Schmelztiegelfabrik kam der Ofen hauptsächlich zum Brennen von Feuerfestprodukten, wie Schamottetiegel, Brennhilfsmittel, Schmelzschalen etc. zum Einsatz. "Die Ziegelproduktion war hier nur ein Randprodukt" erklärte Dr. Thomas Wiegand, Verfasser der Publikation OFENREISE, "dagegen bestand eine hohe Nachfrage an Schmelztiegeln, die in die ganze Welt exportiert wurden".

Der Begriff "Ofenreise" erklärt den langen Brennvorgang, der bis zu vier Tage dauerte.

Nachdem der Ofen mit vorgetrockneten Feuerfestprodukten bestückt war, wurde er zugemauert, erzählte Wolf Goebel, nach der Brenn- und Abkühlphase wurde die Mauer eingeschlagen und der Ofen ausgeräumt, dies geschah teilweise immer noch bei unerträglicher Temperatur.

Eine originalgetreue Fotoinstallation dieses Kasseler Flammofen kann im Glas- und Keramikmuseum Großalmerode besichtigt werden.

Das Museum ist sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet oder nach Vereinbarung.

Das Buch "Ofenreise" kann im Museum für 15 € käuflich erworben werden.

 

 

Bilder der Führung

ofenreise-1.jpg
ofenreise-2.jpg
ofenreise-3.jpg
ofenreise-4.jpg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos: H. Harder